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Türken und Deutsche, Christen und Muslime:
Miteinander statt Nebeneinander
Zuwanderung und Integration werden immer mehr zu einem zentralen
politischen und gesellschaftlichen Thema. Dabei werden aktuelle
Debatten durch eine Hypothek belastet: Nicht überall ist die
Integration der Zuwanderer, die zum Teil schon in der dritten Generation
in Deutschland leben, gelungen. Besonders im Blick auf die größte
Ausländergruppe in unseren Städten, die Türken, wird
zunehmend ein Rückzug in die eigenen Strukturen beobachtet
und die Entstehung von Parallelgesellschaften befürchtet.
Ängste und Vorbehalte auf beiden Seiten
Es bestehen Ängste und Vorbehalte auf beiden Seiten –
bei Türken ebenso wie bei Deutschen. Probleme ergeben sich
vor allem in Stadtteilen, in denen einige Viertel oder Straßenzüge
fast ausschließlich von türkischen Mitbürgerinnen
und Mitbürgern bewohnt werden. Bei der deutschen Bevölkerung
wächst das Gefühl, fremd im eigenen Stadtteil zu sein.
Das veränderte Straßenbild und die Konfrontation mit
anderen Lebensgewohnheiten lassen die Sorge wachsen, die „eigene“
Heimat zu verlieren.
Begegnung mit einer fremden Religion
Dabei spielt auch die Religion der türkischen Zuwanderer, die
in der Regel muslimischen Glaubens sind, eine große Rolle.
Moscheen und öffentlicher Gebetsruf, Kopftuch und Koranschulen:
das alles wirkt für viele Deutsche fremd und unverständlich
und verstärkt bei manchen die Sorge, dass es nicht zu einem
gelingenden Miteinander kommt.
Bei der Integration ist auch die Kirche gefordert
Im Januar 2000 hat sich daher unter der Leitung von Weihbischof
Franz Vorrath der „Arbeitskreis Integration im Bistum Essen“
konstituiert. Dieser Arbeitskreis will Impulse zum Zusammenleben
von Türken und Deutschen, von Muslimen und Christen im Bereich
des Bistums Essen geben. Denn Integration ist eine Aufgabe, bei
der sowohl die Zuwanderer als auch die aufnehmende Gesellschaft
gefordert sind. Auch die Kirche mit ihren Einrichtungen und Gemeinden
muss ihren Teil zu diesem Prozess beitragen. Ein wesentlicher Schritt
hierzu ist die Begegnung und das Kennenlernen dessen, was für
den Anderen wichtig ist, was seine Kultur und seine Religion prägt.
Christen und Muslime gehen aufeinander zu
Manche Pfarrgemeinden bemühen sich schon seit Jahren, ihre
muslimischen Nachbarn kennenzulernen, sei es durch gegenseitige
Begegnungen und Besuche, durch Einladungen zu Festen, durch gemeinsam
vorbereitete Gottesdienste oder durch die Kontakte im katholischen
Kindergarten, der auch muslimische Kinder aufnimmt. Christen und
Muslime gehen aufeinander zu, weil sie davon überzeugt sind,
dass die Religionen eine gemeinsame Verantwortung für ein gelingendes
Miteinander im Stadtteil haben. Rückmeldungen aus Pfarrgemeinden
zeigen: es gibt viele positive Erfahrungen im Kontakt mit Moscheegemeinden,
es gibt aber auch viele Fragen und Probleme.
Beratung in Fragen des christlich-islamischen Dialogs
Der Arbeitskreis Integration, dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
aus Pfarrgemeinden, aus den Stadt- und Kreisdekanaten sowie aus
dem Diözesan-Caritasverband und dem Bischöflichen Generalvikariat
angehören, unterstützt diese Bemühungen der Pfarrgemeinden
vor Ort. Auf Anfrage berät er Gemeinden und kirchliche Einrichtungen
in Einzelfragen. In Kooperation mit der Katholischen Akademie "Die
Wolfsburg" bietet er regelmäßig offene Veranstaltungen
an, die Impulse und Orientierungen für den christlich-islamischen
Dialog geben, und veranstaltet Fachgespräche zu integrationspolitischen
Fragen und Themen des interreligiösen Dialogs. Die katholischen
Islambeauftragten in den Stadt- und Kreisdekanaten unterstützen
diese Arbeit.
Fortbildung und Orientierungshilfen
Darüber hinaus entwickelt der Arbeitskreis Integration Positionen
zu offenen Fragen im Bereich des interreligiösen Dialogs und
des Zusammenlebens in den Städten und beteiligt sich so für
das Bistum Essen an der gesellschaftspolitischen Debatte zu Fragen
der Integration. Im September 2001 hat der Arbeitskreis Integration
unter dem Titel „Religion ist keine Privatsache“ eine
Orientierungshilfe zu Moschee-Neubauten und zum Muezzinruf veröffentlicht.
Der Arbeitskreis Integration initiiert außerdem Fortbildungen
für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sucht das
Gespräch mit den islamischen Dachverbänden und Organisationen.
Weitere Informationen:
Zum Bistum Essen gehören folgende Städte:
Duisburg, Mülheim, Oberhausen, Essen, Bottrop, Gelsenkirchen,
Gladbeck, Bochum, Wattenscheid, Hattingen, Witten-Herbede, Sprockhövel,
Schwelm, Gevelsberg, Ennepetal, Wetter-Ruhr, Altena, Nachrodt-Wiblingwerde,
Werdohl, Neuenrade, Plettenberg, Herscheid, Lüdenscheid, Halver,
Hagen-Dahl, Schalksmühle, Breckerfeld, Meinerzhagen, Kierspe
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